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Zur Liebe befreit. [Gal 5,13-26]


„Ihr seid zur Freiheit berufen. Doch gebraucht eure Freiheit nicht als Vorwand, um die Wünsche eurer selbstsüchtigen Natur zu befriedigen, sondern dient einander in Liebe.“ [Gal 5,13]

Dient einander in Liebe. Aus eurer Freiheit hinaus.


Wir sehnen uns nach Freiheit und wollen ohne Zwang aus unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden können. Und wo Freiheit nicht gegeben ist, bleibt sie das oberste Ziel.


Nach was sehnst du dich, wenn du an Freiheit denkst?

Wie kommen wir zu der Freiheit, nach der wir uns sehnen?


Ein zeitgenössischer Denker des 20. Jahrhunderts schrieb einmal kritisch über das moderne Verständnis von Freiheit: „Mir kommt es so vor, als ob heutzutage viele Freiheit damit verwechseln, einfach zu tun, was sie wollen. Die modernen Menschen scheinen unter dieser chronischen Krankheit zu leiden, nur das tun zu wollen, was ihnen gerade Spaß macht.“ (Kodo Sawaki, japanischer Zen-Meister)


Was ist Freiheit, wenn nicht eben genau das zu tun, was wir wollen?

Warum sind die Menschen, die genau tun, was sie wollen, nicht gleich die freisten?


Im ersten Teil des fünften Kapitels geht es darum, dass wir zur Freiheit befreit sind. Es ist das Evangelium in komprimierter Form. Gott ist ein Gott der Freiheit, er hat uns zur Freiheit berufen. Gott möchte, dass wir frei werden von unserer Enge, von Zwängen, von Abhängigkeiten, von allem, was uns gefangen hält.

Gottes Freiheit ist nicht an Bedingungen geknüpft, aber diese Freiheit hat ein Ziel. Die Freiheit selbst kann nicht als ultimatives Ziel gelten, da sie mit der Liebe kollidiert. Denn, wenn jeder genau das macht, wonach ihm in seiner Freiheit ist, sind wir unfähig zu lieben. Liebe und Freiheit kollidieren.


Liebe bedeutet die freiwillige Selbstbeschränkung meiner Freiheit. Es bedeutet eine bewusste Begrenzung.

„Wahre Freiheit bedeutet nicht nur zu tun was man will, sondern auch was man will nicht zu tun, weil es dafür gute Gründe oder ein höheres Ziel gibt.“

GEBET

Gott, lass mich deine Freiheit erleben. Ihr nachjagen und sie genießen. Lass mich deine Freiheit gebrauchen, um andere Menschen zu lieben. Ich bitte darum, dass ich mich aus Freiheit selbst begrenze, um anderen Menschen deine Liebe zu zeigen und sie von dir in Freiheit geführt werden. Du selbst hast dich aus Liebe zu uns in deiner Freiheit als Gott eingeschränkt und bist Mensch geworden. Befähige uns einander zu lieben und uns gegenseitig freizusetzen. Für Angst und Zwang ist in der Liebe kein Platz. Lass deine Liebe in unserem Leben größer werden.

Amen.

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