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Kapitel 1: Euer Ernst!?

Aktualisiert: 26. März 2021



Ich stelle mir Paulus vor, wie er mit sorgenvoll gerunzelter Stirn diesen Brief beginnt. Es ist nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein, dass er auf Fragen, Diskussionen und Herausforderungen in der Kirche in Korinth reagiert. Die Gemeinde ist so vielfältig wie die Gesellschaft dieser bunten Großstadt. Menschen aus verschiedensten Kulturen, Religionen und Hintergründen hat das Handelszentrum Korinth zusammengeführt. Herzlich Willkommen im Frankfurt des ersten Jahrhunderts. Bunt, international, pulsierend. Das Bankenviertel trifft auf das Rotlichtviertel, die Drogenszene auf die kunstvollen Fassaden, Durchreisende auf alteingesessene wohlhabende Bildungsbürger. Paulus seufzt und blickt auf die einzelnen Fragen und Schwierigkeiten vor ihm. Wo fängt man an? Vielleicht sind die Menschen doch zu verschieden? Vielleicht ist der Traum von Kirche zu groß?


Paulus tauchte die Feder tief in das Tintenfass und legte los:

„Ich fordere euch auf, alle auf eins zu sein. Redet so, dass eure Worte euch nicht gegeneinander aufbringen und lasst es nicht zu Spaltungen unter euch kommen.“ (V. 10a)

Fakt ist, es gab Schwierigkeiten. Wenn unterschiedliche Meinungen, Prägungen und Kommunikationsstile aufeinandertreffen, ist das eigentlich auch keine Überraschung. Dennoch scheint Paulus etwas irritiert, als er die Frage aufschreibt, wie es eigentlich dazu kommt: „Ist Christus denn zerspalten?“ Wie kommt es denn dazu, dass ihr so uneins seid? Geht es im Endeffekt darum, wer Recht hat? Sind eure Parteiungen und Streitigkeiten echt euer Ernst?


Wo fängt man da an beim Schlichten?


Paulus beginnt bei der Mitte, die sie doch überhaupt erst zusammengebracht hat. Dieser gemeinsame Nenner, der alles entscheidet. Die Gemeinde damals und heute wird daran erinnert, um was es in erster Linie geht. Ihr gehört zusammen. Gott hat euch berufen und nicht nur euch, sondern alle, die den Namen von Jesus anrufen (V.2). Jesus ist doch die Mitte, die euch verbindet. Sein Evangelium, wer er ist und was er für euch und alle Menschen getan hat. Ihr habt einen gemeinsamen Anfang und ihr habt ein gemeinsames Ziel. Ihr sollt verbunden sein – mit Gott und miteinander. Jesus ist die Mitte und es ist seine Treue, die seine Gemeinde an das Ziel bringen wird. (V. 8)


Paulus beginnt diesen Brief mit einem Aufruf zur Einheit und der Ausrichtung auf das Gemeinsame. Seht auf den, der euch verbindet. Blick auf Jesus und lass seine Perspektive dein Handeln prägen. Die Perspektive Gottes ist nicht in logischen menschlichen Überlegungen zu finden, sondern sie entlarvt dich und mich. Durchleuchtet unsere Motive und fördert unseren Egoismus zu Tage.


„Gottes vermeintliche Ohnmacht stellt alle menschliche Stärke in den Schatten.“ (V.25)

2000 Jahre später scheinen wir manchmal wenig aus der Geschichte gelernt zu haben und noch immer trennen uns Streitigkeiten und Unterschiede. Die Aufforderung auf Jesus zu blicken und von uns weg auf das Ziel zu blicken ist auch heute noch eine Weisung, die ihre Weisheit nicht verloren hat.



K O N K R E T // Vers 10 als praktische Anwendung für heute


Wie kannst du zur Einheit in deiner Kirche beitragen?


Was sind Worte, die andere triggern und vor den Kopf stoßen? Woran liegt das?


Wie kann man Spaltung verhindern?


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