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Jesus, neuer Anfang. [Lukas 1+2]

Aktualisiert: 26. März 2021



Mein eigener Anfang mit Jesus ist schon eine Weile her und ereignet sich in einer unspektakulären schlaflosen Nacht. Ich ein innerlich zerrissener Teenie voller Fragen und wenig Vertrauen in mich selbst, in Kirche oder Christen. Die Leere in mir wird mit der Frage gefüllt, ob ich ihm, Jesus, vertrauen will. Ich bin mir unsicher. Was ist, wenn es nicht das ist, was ich mir wünsche oder wonach ich mich sehne? Was ist, wenn es nicht funktioniert und nicht die Antworten bereithält, die ich brauche? Was ist, wenn ich keine Veränderung erlebe? Was ist, wenn Christsein das langweiligste Format dieses Universums ist?

Meine Zweifel sind echt, die Antwort von Jesus aber auch.

„Franzi, du wirst es nicht erfahren, wenn du es nicht probierst. Du kannst den Weg weiter ohne mich gehen, aber du wirst nicht das finden, wonach du dich sehnst. Oder du kannst mir vertrauen und es rauszufinden.“


Mein Beginn mit Jesus ist mehr Testversuch einer Skeptikerin, als weniger euphorisches Überzeugtsein seiner Vertrauenswürdigkeit. Im Lukasevangelium geht es um diesen Jesus. Wer er ist und wie er war, was er tat und warum er tat, was er tat. Es geht um Begegnungen von Menschen mit diesem Jesus und wie diese Momente sie geprägt und verändert haben. Lukas hat diese Geschichten aufgeschrieben, die Augenzeugen ihm erzählt haben und deren Zuverlässigkeit er überprüft hat. Und er beginnt ganz vorne. Mit der Geburt von Jesus, der in unspektakulären Verhältnissen vor mehr als 2000 Jahren im Nahen Osten zur Welt kommt. Eigentlich wie tausende Kinder vor und nach ihm und doch wurde nur bei wenigen die Zeitrechnung auf Null gesetzt.

Als Jesus in diese Welt tritt, ist die politische Stimmung angespannt und die Erwartung an einen Retter hoch. Jahrhundertealte Prophezeiungen liegen in der Luft und die Menschen sehnen sich nach Aufbruch und Veränderung. In Israel leidet man unter römischer Besatzung und die Vorstellung ist reif, dass jemand diesen Zustand ändern muss. Am besten jemand, der die Römer aus dem Land schmeißt und ein „er kam, sah und siegte“ endlich über den Befreier der Juden gesagt werden würde und nicht mehr länger nur über einen Römer.


Ein neuer Anfang schwebt in der Luft und die Hoffnung flackert auf, als über den neugeborenen Jesus gesagt wird:

„Aus dem Hause des Dieners David hat er für uns einen Retter hervorgehen lassen, wie er schon vor langer Zeit durch das Wort seiner heiligen Propheten angekündigt hatte. Einen, der uns aus der Gewalt unserer Feinde rettet und uns aus den Händen all derer befreit, die uns hassen.“ [Lk 1,70]

Jesus wird zum Hoffnungsträger einer konkreten Erwartung. In dieser bedeutungsschweren Zeit hat ein alter Mann, mit dem Namen Simeon auf diesen Augenblick gewartet. Er hält den kleinen Jesus auf seinem Arm und weiß:

„Herr, nun kann dein Diener in Frieden sterben, denn du hast deine Zusage erfüllt. Mit eigenen Augen habe ich das Heil gesehen, dass du allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Nationen erleuchtet und der Ruhm deines Volkes Israel.“ [Lk 2,29-23]

Simeon ist sich sicher, dass dieses kleine Kind in seinen Armen, diese besondere Person ist. Diese Person, die seit Jahrhunderten angekündigt wurde und den langersehnten Frieden bringen wird. Es liegt vielleicht etwas Wehmut in seinen Worten als er auf dieses winzige Kind in seinen alten Händen blickt. Denn wenn er diese Person wirklich ist, dann wird sein Weg nicht leicht werden. „Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird […] Aber dadurch wird bei vielen an den Tag kommen, was für Gedanken in ihrem Herzen sind.“ [Lk 2, 34-35]


Die Begegnung mit Jesus wird Menschen nicht neutral zurücklassen. Sie werden ihn entweder lieben oder hassen, mit ihm oder gegen ihn sein. Ihm ihr Leben anvertrauen oder sein Leben nehmen wollen.

Aber Jesus wird anders sein, als man ihn erwartet hat. Er ist anders, als die Menschen ihn damals erhofften und er ist anders, als ich ihn mir vorgestellt habe.


Er ist nicht so, wie ich befürchtete, aber auch nicht so, wie Menschen ihn damals gewünscht hätten. Jesus marschierte nicht aufs Kampffeld und kam, sah und siegte.


Er irritiert die Welt bis heute, denn sein Weg und Sieg war und ist anders.

Er begegnet Menschen anders, denn er kam, sah und liebte.*


Fragen zur Lektüre von Kapitel 1 + 2:

Ø Wer ist Jesus für dich?

Ø Was wird dir beim Lesen (neu) wichtig?

Ø Was irritiert dich oder wirft Fragen auf?


*Aus „Jesus, eine Weltgeschichte“ von Markus Spieker, S. 153

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