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  • Autorenbildfraeulein_franzi

Freundschaft feiern.



Oh boy, wo fange ich bei diesem Thema überhaupt an? Freundschaft ist eins meiner absoluten Herzensthemen. Es ist ein Thema, zu dem ich alles wissen und alles lesen möchte. Es ist ein Thema, das mich fasziniert, ganz gleich, ob es in einer Vorlesung oder an der Badewanne mit gekühltem Bier auf einer Party zum Gespräch wird. Es ist ein Thema, das meine Augen aufleuchten lässt und warme Gefühle in mir hervorruft. Es ist auch ein Thema, in dem ich mich auskenne, vor allem deshalb, weil ich in den letzten Jahren Fehler gemacht habe und daraus lernen musste.


Doch ich glaube, dass es nicht das Versagen ist, dass zum Scheitern von Freundschaften führt - es ist die geringe Investition, zu der wir bereit sind, wenn es schwer oder unangenehm wird. Freundschaften sterben, wenn nicht beide Seiten bereit sind dafür zu kämpfen. Ich glaube, dass wir in unserer Zeit und unserer Gesellschaft der Freundschaft einen eingezäunten Platz gegeben haben, der hinter ihren Möglichkeiten zum Aufblühen bleibt. Ich glaube, dass wir der Freundschaft hinter der romantischen Beziehung ein Schattendasein geschaffen haben, das ihr nicht gerecht wird und sie in einen Vergleich gestellt hat, der zu ihrer Abwertung geführt hat. Ich glaube, dass wir die Vision für Freundschaft verloren haben, uns mit einer ausgedünnten Version zufrieden geben und vergessen haben, warum es sich überhaupt dafür zu kämpfen lohnt. Ich möchte das als selbsternannte Freundschaftsexpertin nicht zynisch oder herablassend sagen. Ich möchte nicht schelten oder ermahnen. Ich möchte andere Beziehungsformen wie die romantische oder die familäre Beziehung nicht in Abgrenzung zur Freundschaft problematisieren. Ich möchte einladen die Vision der Freundschaft neu zu entdecken. Ich möchte herausfordern hohe Freundschaftsideale zu formulieren, selbst wenn wir an ihnen gescheitert sind und wieder scheitern werden. Denn ein Leben mit wahren Freunden an der Seite ist reicher und tiefer und echter. Ich möchte, dass wir neugierig bleiben.


Ich habe mit Anfang 30 nochmal neu festgestellt, dass Freundschaft zu den absolut wunderbarsten Dingen in meinem Leben gehört. Ich entdecke sie in ihrer Schönheit und Tiefe jedes Jahr facettenreicher und intensiver. Ich bin Gott von Herzen dankbar für Freundschaft. Sie verschönert und bereichert mein Leben. Nicht im Sinne eines dekorativen Ornaments, sondern im Sinne, dass es dem Leben etwas verleiht, das zu Aufblühen und Wachstum führt. Das Zitat "Ein wahrer Freund akzeptiert dich so wie du bist und hilft dir dennoch auch der zu werden, der du sein solltest" bringt das für mich so wunderbar zusammen. Es ist ein Raum, in dem ich sein kann ohne tun zu müssen, aber in dem ich zur Veränderung herausgefordert werde und nicht bleiben muss, wie ich bin. Jesus malt uns eine ganz große Vision von Freundschaft vor Augen, indem er sagt: "Größere Liebe hat niemand als der, der sein Leben lässt für seine Freunde." (Joh. 15,13) Das selbstlose Hingeben, das Sich-selbst geben, für Menschen, mit denen ich in freiwilliger und uneigennütziger Beziehung stehe, scheint sein Liebesideal zu sein. Freundschaft ist dabei nicht etwas Gegebenes oder Statisches, sondern ein Lernen und Genießen, ein Weitergehen und Innehalten, ein Tanz von Annäherung und Grenzen. Ich selbst möchte eine Freundin sein, in deren Aura Raum für Möglichkeiten ist. Möglichkeiten, dass Du aufblühst und wächst, dich gesehen und verstanden fühlst. Möglichkeiten für Erfolge, die ich feiern werde, aber auch Raum für Tränen wenn Du scheiterst. Ich möchte eine Freundin sein, in deren Gegenwart du selbst sein kannst und Freiheit atmest. Ich möchte eine Freundin sein, die Dir Gutes unterstellt und das Beste von dir glaubt. Ich möchte eine Freundin sein, die dir mein Bestes zur Verfügung stellt. Denn dann wird Freundschaft zu einer Wahrheit, einer Schönheit und einer Kraft, für die wir eine Vision brauchen.


Was ist deine Vision für Freundschaft?

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