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2 Kor 13: Trostfragment, ein letztes.

Aktualisiert: 26. März 2021


Gestern war ein weiterer Adventssonntag. Ich zünde die dritte Kerze an und der Adventskranz taucht den Frühstückstisch in warmes Licht. In meinem Inneren fühlt es sich allerding mehr so an, als würde die kühle Luft der nächsten Lockdownankündigung ein Licht in mir auspusten. Meine Vorfreude wird angesichts steigender Zahlen und neuen Planungsunsicherheiten gedimmt. Ich weiß: Weihnachten kann nicht abgesagt werden, weil es um Gott geht, der zu uns Menschen gekommen ist und da ist, ganz gleich, ob wir an Heiligabend allein oder in großer Runde feiern. Leicht ist es dennoch nicht und ich brauche Trost. Tröstenden Zuspruch und Worte, die meinen Blick heben. Von dem, was ich nicht greifen und festhalten kann, abwenden. Hin zu dem, der sich uns zugewendet hat.


Um Trost ging es auch vielfach in diesem Brief an die Christen in Korinth. Paulus wendet sich ihnen in ihren Fragen und Ängsten zu. An manchen Stellen wird er ironisch, manchmal verwendet er klare ermahnende Worte und dennoch verweist er in allem wieder auf den Gott, der tröstet. Ein Gott, der sich uns annimmt, der uns nahekommt und uns mit seiner wohltuenden Nähe die Zuwendung schenkt, die wir brauchen.


Paulus erinnert uns am Ende dieses Briefes daran, dass wir an diesem Trost, an dieser Kraft Gottes, Anteil haben, wenn wir zu Gott gehören oder zu ihm gehören wollen. Er malt uns vor Augen, wie sehr es sich lohnt an diesem Gott festzuhalten, ihm zu vertrauen und ein Leben zu führen, das von der Liebe und dem Licht Gottes durchflutet ist. Denn solch ein Leben wird zum sichtbaren Segen und Trost für andere. Die Aufforderung ein Leben zu führen, das Gott ehrt, ist kein Selbstzweck. Es geht dabei um Aufrichtigkeit und Integrität, die als glaubwürdige Hinweise auf Gott gedeutet werden.

Gleichzeitig sind wir aber nicht Gott und müssen es auch nicht sein.

„Schließlich könnten wir niemals etwas gegen die Wahrheit tun; wir können immer nur für die Wahrheit eintreten.“ [V.8]

Mehr muss nicht sein und mehr können wir auch nicht tun. Ich bin nicht groß genug die Wahrheit zu verändern, aber ich darf mich zu ihr stellen. Zu Gott stellen, weil er sich längst zu mir gestellt hat.

Das ist Grund zur Freude und zur Hoffnung. Von diesem Gott kommt alles, was wir brauchen und auf diesen Gott ist alles ausgerichtet.


Daher kann ein letztes Trostfragment von Paulus so voller mutmachender Euphorie und Optimismus in unseren Alltag leuchten:

„Freut euch. Lasst euch zurechthelfen, nehmt euch meine mahnenden Worte zu Herzen, richtet euch ganz auf das gemeinsame Ziel aus und lebt in Frieden miteinander. Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.“ [V. 11]

Der Gott der Liebe und des Friedens ist mit uns.


Er ist mit dir. Ganz gleich, was kommt.

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