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  • Autorenbildfraeulein_franzi

Unverfügbar. [Römer 9]

Aktualisiert: 26. März 2021


Wer ab und an was online shoppt, der kennt das: man findet genau das Teil, das man schon lange gesucht hat und klickt dann völlig begeistert zur Bestellung auf das Produkt, nur um enttäuschend rauszufinden, dass es in meiner Größe nicht mehr verfügbar ist. Da kann man recht wenig machen, auch wenn man je nach Produkt oder eigenen Mitteln und Beziehungen durchaus noch den ein oder anderen Kniff anwenden kann, um es zu bekommen. Doch das „nicht verfügbar“ markiert eine Grenze. Ich bestimme weder über die Herstellung, noch die Menge, noch über die Verfügbarkeit dieses Produkts und kann nur darauf reagieren, wenn es zur Verfügung steht.


Die Erkenntnis, dass ich nicht über Gott verfügen kann, liegt den teilweise recht sperrigen Gedankengängen dieses Kapitels zugrunde. Ich kann mir Gott nicht vorstellen wie ich möchte, denn er ist ein Gott, der sich selbst vorstellt und das ist weder willkürlich noch unbegrenzt weit. Ich kann Gott auch nicht vorschreiben, wie er sich zu verhalten hat. Ich kann ihn nicht auf etwas hinweisen, was er tatsächlich übersehen hätte. Ich kann Gott nicht korrigieren, weil er sich nicht an Abmachungen gehalten hätte. Ich kann Gott nichts diktieren und nicht über ihn verfügen. Er bleibt mir in seiner Größe und Gerechtigkeit, aber auch in seiner Treue und Liebe unverfügbar. In V. 18 heißt es, dass Gott so handelt, wie er es will. Er lässt sich nicht manipulieren oder instrumentalisieren. Während es meinen inneren Kontrollfreak allerdings verunsichert und Glaube sich nicht in meinen Vorstellungen und Wünschen erschöpft, bleibt es eine gute Nachricht.


Gott ist gerecht und mir fehlt die Gesamtsicht, um das vollständig beurteilen zu können. Gott ist gnädig und mir fehlt die Herzensweite, um es verstehen zu können. Gott ist aber auch klar, er ist bestimmt, und er ist anders. Anders, als ich ihn vielleicht manchmal gerne hätte, das stimmt. Aber ich habe die Spielregeln nicht gemacht und ich kann sie auch nicht ändern. Ich kann in die Dunkelheit kein Licht sprechen und ich kann Tote nicht zum Leben erwecken.


Gott kann.


Dort wo Menschen keine Hoffnung sehen, sieht Gott nicht nur Silberstreifen, sondern beginnende Veränderung. Gott bleib unverfügbar und mir in seiner Gerechtigkeit auch manchmal rätselhaft. Aber er ist auch gnädig und übersteigt meine eigene Vorstellungskraft:


„Ich werde die mein Volk nennen, die nicht mein Volk waren. Und dort wo gesagt wird, ihr seid nicht Gottes Volk, werden sie Söhne und Töchter des lebendigen Gottes genannt werden.“ (V. 25-26)


In welchem Bereich fällt dir die Unverfügbarkeit Gottes momentan am schwersten und wie gehst du damit um?

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