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  • Autorenbildfraeulein_franzi

Jesus, bis ans Ende der Welt. [Lukas 21+22]



"... und willst du sie lieben und ehren, bis das der Tod euch scheidet? So antworte Ja, mit Gottes Hilfe."

Während ich durch die letzten Kapitel des Lukasevangeliums lese, bin ich in Gedanken noch bei der Vorbereitung für eine Traufeier diese Woche. Formuliere die Trauversprechen.


Ist es nicht erstaunlich, dass sich zwei Menschen vor Gott und ihren Freunden ein Versprechen von solchem Ausmaß geben? Ich kriege bei den Worten „Bis das der Tod euch scheidet“ Gänsehaut. Bedeutungsschwer füllen sie den Raum. Treu sein bis ans Ende. Kann man das überhaupt versprechen? Man weiß ja gar nicht, was im Leben noch alles passieren wird. Wird man dieses Versprechen wirklich in guten, wie in bösen Tagen einhalten können? Nicht selten ist der Gedanke überwältigend und so manches Paar hält in der Vorbereitung kurz inne, wenn man sich der Worte bewusst wird. „Ganz schön krasse Worte.“ Ich finde auch. Ganz schön krasse Worte, zu denen man sein Ja gibt. Ich finde es hilfreich, dass in einem Traugottesdienst bewusst der Zusatz „mit Gottes Hilfe“ gesprochen werden kann. Dass bewusst ausgedrückt wird, um ein solches Versprechen einzuhalten, werde ich alle Hilfe brauchen, die ich kriegen kann. Um bis an mein Lebensende jemandem treu zu sein, diese Person in allen Höhen und Tiefen zu lieben, dafür braucht es Glauben. Glauben und Vertrauen in einen Gott, der uns das schenken kann, ein solches Versprechen zu halten.


Ein ähnliches Versprechen gibt Jesus uns Menschen. Da zu sein, treu zu sein & in allen Höhen und Tiefen unseres Lebens an unserer Seite zu bleiben. Der Unterschied bei Jesus ist, dass er weiß, dass er es halten können wird. Der Unterschied bei Jesus ist, dass er alles an Liebe und Geduld bereits besitzt, um ein solches Versprechen einzuhalten. Der Unterschied bei Jesus ist, dass er das Ende kennt.


Die Kapitel 21-22 sind wohl die düstersten des gesamten Evangeliums. Es geht um das Ende der Welt, um schreckliche Dinge, die in der Geschichte passieren werden und um die letzten Stunden seines eigenen Lebens. Es sind Szenen, die Angst machen können und Sorgen über das Wann und Warum in den Raum werfen. Für die Jünger wendet sich der Glanz des triumphalen Einzugs von Jesus zu Beginn der Woche zu ihrem größten Albtraum. Nichts ist, wie sie es sich erträumt hatten und ihre Hoffnung wird jäh beendet, als ihr Meister am Kreuz hängt. Die Finsternis übt ihre Macht aus, sagt Jesus bei seiner Gefangennahme.

Und doch gilt das Versprechen. Jesus hatte ihnen gesagt, dass es passieren wird, aber das es nicht das Ende sein wird. Und selbst wenn das Ende kommt, die Welt im Chaos versinkt, wenn Krieg und Leid und Hunger ausbrechen, ist Gott nicht am Boden. Ist er nicht geschlagen.


Jesu Worte hallen nach und erinnern uns an ein Versprechen, das seinen Tod überdauern wird:

„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ [Lukas 21:33]

Selbst wenn alles fällt, so bleibe ich. Selbst in den schlimmsten Zeiten, werde ich treu sein. Mit dir sein. Und selbst der Tod wird mein Versprechen nicht brechen.

Dein Jesus.

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