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Hohe Ideale. [Römer 7]

Aktualisiert: 26. März 2021


Vor einigen Jahren habe ich damit angefangen mir konkrete Ziele für das neue Jahr vorzunehmen.

Ich fand die Idee schön, es irgendwie griffig zu formulieren und startete mit „11 Zielen für das Jahr 2011“. Bei der Auswertung am Jahresende stellte ich fest, dass ich das ein oder andere Ziel durchaus erreicht hatte und übernahm die restlichen in meine „12 Ziele für das Jahr 2012“. Momentaner Zwischenstand: es ist Juni 2020 und du darfst gerne raten, wie viele meiner 20 Ziele für das Jahr 2020 ich nach der Hälfte dieses Jahres schon erreicht habe? Äh ja, so ungefähr.


Kennst du das, dass du dir Ziele setzt und an ihnen scheiterst?

Okay, das ist wirklich rein rhetorisch gefragt.


Hast du ein Ideal von dir und deinem Leben, an das du nicht herankommst?


Ich stelle fest, dass ich meine Frustrationserfahrung steigere, indem ich immer mehr Ziele formuliere und mir damit ein Ideal vor Augen male, an dem ich nur scheitern kann. Fazit: Für das Jahr 2021 brauche ich eine neue Idee


In diesem Kapitel wird uns frustrierend nüchtern vor Augen gestellt, dass wir an Idealen scheitern. Nicht nur an unseren eigenen, ganz gleich wie realistisch oder auch unrealistisch wir diese formulieren. Wir scheitern auch an Gottes Idealen – nicht deshalb, weil er erwartungsvoll mit dem Maßband neben uns steht, sondern weil wir an seine Heiligkeit, Schönheit, Liebe und Gerechtigkeit nicht ankommen. Wir leben nicht so, wie wir sollten und je mehr ich mich mit diesen hohen Idealen auseinandersetze, desto länger die Liste meines Versagens.


Nicht so ethisch korrekt, wie ich gern wäre. Nicht immer so freundlich, wie an meinen besten Tagen. Nicht so ehrlich, wie erhofft. Nicht so zuverlässig wie erwartet. Nicht so fromm wie gedacht. Nicht so liebend, nicht so gerecht und irgendwie gar nicht so heilig.


Paulus erinnert uns daran, dass das aber keine Eigenschaft der besonders schlimmen Menschen ist, sondern eine menschliche Universalerfahrung abbildet, wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Wir sind nicht so fromm, wie wir gern wären und selbst diese Erkenntnis ist nicht stringent.


„Ich verstehe ja selbst nicht, was ich tue. Das Gute, das ich mir vornehme, tue ich nicht; aber was ich verabscheue, das tue ich.“ V. 15


Paulus selbst stellt an sich fest, dass er es nicht schafft gemäß dem Gesetz Gottes zu handeln, weil er sich gegenüber der tieferliegenden Struktur der Sünde ohnmächtig vorfindet, was ihn frustriert und umtreibt: „Wer wird mich aus dieser tödlichen Gefangenschaft befreien?“ V.24


Gott hat kein Interesse daran, dass wir einfach nur bei der Beobachtung unsers Scheiterns stehen bleiben. Er kennt unser Ringen und unsere innere Zerrissenheit. Er sieht unser Herz, kennt unsere Motive und erinnert uns daran, wo wir gestartet haben und wohin die Reise geht. Die Reise mit Gott setzt uns auf den Weg in die Freiheit und nimmt darin ihren Anfang, dass Jesus alles getan hat, was wir für diese Reise brauchen – das löst das Gefühl der Zerrissenheit für den Moment nicht auf, aber vergewissert uns, dass am Ende die Sünde verlieren wird und nicht wir.


„Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus bin ich bereits befreit. So befinde ich mich in einem Zwiespalt: Mit meinem Denken und Sehnen folge ich zwar dem Gesetz Gottes, mit meinen Taten aber dem Gesetz der Sünde.“ V.25

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