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Freundschaftsspruch #1: Übers Vergeben.



„Wer Vergehen vergibt strebt nach Liebe, wer eine Sache aber immer wieder hervorholt, bringt Freunde auseinander." Sprüche 17,9

„Es ist doch immer das Gleiche mit ihr“, „Ist ja nicht das erste Mal“ oder „Langsam reichts mir“ sind Sätze, die noch nicht einmal ausgesprochen werden müssen, um eine Wirkung zu erzielen.


Die kleinen und großen Macken des Anderen gut sein lassen ist keine leichte Aufgabe. So schnell häufen sie sich an und sprießen wie kleine Unkrautgewächse um die Freundschaftsstaude herum und rauben den Saft, der sie am Leben erhält. Freundschaft ist wie eine Pflanze, die man pflegen und erhalten muss. Ein Schlüssel für die Pflege ist, dass man mit Fehlern des Anderen großzügig ist.


Menschen werden einfach aufgrund ihres Menschseins und ihrer Sünde schuldig aneinander – unvermeidlich und immer wieder aufs Neue. Damit Menschen beieinander und miteinander sein können braucht es die bleibende Vergebungsbereitschaft beider Parteien. Auch das immer wieder auf Neue.


Das bedeutet nicht, dass man Fehler nicht ansprechen darf und manchmal auch muss, sondern es geht darum, was Freundschaft in ihrem Kern zusammenhält. Dieser Freundschaftsspruch erinnert mich an 1. Korinther 13 im Neuen Testament, wo es um die wahre Liebe geht, die geduldig bleibt und „Böses nicht anrechnet“. Die Liebe eines Freundes bemisst sich darin, wie mit Fehlern und Vergehen umgegangen wird – ist sie großzügig und bemüht nach Freundschaft zu streben? Oder sammelt und häuft man die Fehler und Vergehen des Anderen an? Vergeben bedeutet nicht, dass man alles schluckt, aber es bedeutet, dass ich kein Buch über deine Fehler führe und dir vorhalte, was ich alles gegen dich in der Tasche habe. Ständig Fehler wieder aufzuwärmen und nachtragend zu sein, ein ganzes Arsenal an unterdrückten Vorhaltungen in petto zu bewahren, kennzeichnen eine Person, deren Freundschaften keine langfristige Tragfähigkeit aufweisen werden. Und nicht nur du brauchst meine Vergebungsbereitschaft, ich brauche auch deine.


GEBET

„Jesus, hilf mir mit den kleinen Fehlern anderer geduldiger zu werden. Zeig mir selbst auf, warum mich manche Dinge so nerven und hilf mir großzügiger darin zu werden Kleinigkeiten loszulassen. Hilf mir auch bei anderen Sachen, die ich vergeben habe und vergeben will, dass ich sie nicht insgeheim weiter mit mir herumtrage, um den Anderen spüren zu lassen, dass er in meiner Schuld steht. Ich möchte nicht auf alten Geschichten herumreiten und Freundschaften ersticken, dass ich ein schlechtes Gewissen weiter nähre. Hilf auch meinen Freunden mit meinen Fehlern umzugehen, mit meinen besserwisserischen Kommentaren, meiner ständigen Unabhängigkeitserklärung und meinem piekenden Sarkasmus. Ich brauche auch ihre Großzügigkeit und Vergebung.

Danke Jesus, dass ich aus deiner Vergebung leben darf und mir vergeben wurde.

Amen.“



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