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Für wen hältst du mich? [Lukas 9+10]

Aktualisiert: 26. März 2021


„Du weißt aber schon, dass Jesus nicht Gottes Sohn, sondern nur ein Prophet war“ schrieb mir neulich jemand. Ich bin beim Schreiben selten in diskussionsfreudiger Laune und noch weniger, wenn ich die Person kaum oder gar nicht kenne. Aber dieser einleitende Satz „Du weißt aber schon“ hat mich irgendwie angetickt. Als würde ich dann darauf mit „Ach gut, dass du mich darauf hinweist - ich Dummerchen, wie konnte ich etwas anderes denken“ antworten. Ich schrieb also zurück, dass ich das allerdings glaube. Ich setze meinen Glauben und mein Vertrauen darauf, dass Jesus eine glaubwürdige Aussage gemacht hat, als er sagte, dass er im Auftrag Gottes als sein Sohn in dieser Welt unterwegs war. Die Antwort darauf lautete in vielen Worten „Franzi, du liegst aber falsch.“ Ich habe es dabei belassen. Ich kann damit leben, wenn Menschen, die mich kaum kennen denken, dass ich falsch liege.


Im apostolischen Glaubensbekenntnis, mit dem seit Jahrhunderten der christliche Glaube in wenigen Sätzen ausgedrückt wird, heißt es in den ersten Sätzen:


„Ich glaube an Gott, den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn […]“

„Ich glaube an Jesus Christ, seinen Sohn.“


Ich habe mir das gar nicht selbst überlegt, sondern es ist eine Frage, die Menschen sich heute, aber auch schon damals zu Jesu Lebzeiten gestellt haben. Wer ist Jesus und für wen halte ich ihn. Im Lukasevangelium liegt ein Schwerpunkt der Berichte auf Begegnungen zwischen Jesus und Menschen diverser Hintergründe. Sie hören und erleben unterschiedliche Dinge über und mit Jesus.


Da ist zum Beispiel Herodes. Ein kritikunfähiger, machthungriger und sensationsheischender Herrscher, der von Jesus hört und ihn als bedrohliche Faszination wahrnimmt. Wenn Jesus so mächtig ist, wie es das Gerede über ihn vermuten lässt, könnte sein Königssitz in Gefahr stehen. Herodes wird Jesus einmal tatsächlich begegnen (Lukas 23,6-12) und es wird ihn unbefriedigt zurücklassen. Denn Jesus spielt bei seinem Faszinationsspiel nicht mit, zaubert als Vorführobjekt keine Wunder aus der Tasche und springt nicht über das Stöckchen, das König Herodes ihm mit seinen Fragen vorhält.


Da sind die Menschen, die seine Wunder erleben. Ganz normale Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die Jesus in ihren Bedürfnissen und Nöten anhört, sieht und ihnen hilft. Menschen, die aus der Begegnung mit Jesus in neuer Freiheit und tiefgreifender Heilung, verändert weiterleben.


Da sind seine Jünger, seine Freunde, Männer und Frauen, die mit Jesus eng unterwegs sind. Ihn in seinem Alltag erleben, seine Wunder sehen und jeden Tag Zeuge dessen werden, wie er von Gott spricht und Menschen diese Liebe zeigt. Sie sind dabei, wenn er heilt, lacht, schläft, sich zurückzieht und jemanden zurechtweist. Manche Erlebnisse könnten nicht alltäglicher sein und andere Situationen übersteigen ihre Vorstellungskraft.


Als Jesus sie fragt, für wen sie ihn halten, ist es natürlich Petrus, der es laut ausspricht.

„Für den von Gott gesandten Messias.“ (Lukas 9, 20)

Von dem, was wir jeden Tag mit dir sehen, erleben und auch nur im Ansatz begreifen, musst du der sein, auf den diese Welt gewartet hat. Jesus überzeug mit seiner Integrität. Seine Behauptungen und sein Leben stehen im Einklang.


„Du bist der Messias.“


Für wen halten wir diesen Jesus?


Aufgrund unserer Prägung und Geschichte, unseren Erfahrungen und Verletzungen, halten wir Jesus für irgendjemanden. Vielleicht für eine unwichtigen Rabbi im ersten Jahrhundert. Vielleicht einfach für einen wilden Menschen mit revolutionären Ansichten. Vielleicht für einen mild lächelnden Typen, der in Hippiemanier jedem Menschen das Beste wünschte.


Für wen wir ihn halten und wer Jesus ist kann auseinanderklaffen. Jesus selbst sagte von sich, dass er von Gott kommt. Als sein Gesandter auf dieser Erde sein Reich verkündet und ihn als Sohn widerspiegelt. „Wer mich sieht, sieht den Vater“, „wer mich ablehnt, lehnt den ab, der mich gesandt hat.“ [Lukas 10,16]


Jesus als den anzuerkennen, als der er sich vorstellt, fordert mich heraus. Ich kann mir das nicht ausdenken, wie ich ihn sehen will und auch nicht zurechtrücken, was er darf und nicht darf. Jesus begegnet mir nicht zu meinen Konditionen und doch halten sie ihn nicht davon ab sich zu zeigen.


Fragen zu Vertiefung von Lukas 9+10:

  • Was fällt dir beim Lesen zum ersten Mal auf?

  • Was verwundert dich an dem Handeln von Jesus?

  • Was wird dir in diesen Kapiteln über Jesus bewusst?

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