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  • Autorenbildfraeulein_franzi

#5 "Hey Paulus, fürchte dich nicht."


Apostelgeschichte 18,9: „Es sprach aber der Herr durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!“

So hatte sich Paulus das sicher nicht vorgestellt. Er war doch eindeutig für diese Aufgabe berufen worden, oder etwa nicht? Hatte er sich verhört und sich getäuscht?


Da setzt man sein ganzes Leben für die Sache Gottes ein, setzt alles auf eine Karte und erntet dafür Missbilligung? Woche für Woche geht Paulus raus, erzählt die befreiende Botschaft von Gott und plausibilisiert warum Jesus der Retter ist. Und was erhält er? Anfeindungen und Beschimpfungen. Das kann man sich auch sparen. Und überhaupt, warum tut man sich den Spaß eigentlich an?


Kennst du das Gefühl, dass man sich in seinem eigenen Leben irgendwie verirrt hat? Dass man manchmal nicht mehr weiß, was man kann und wer man ist und auf dem Weg die Klarheit, Vision und Sicht für die eigene Berufung verloren hat?


Macht das, was ich tue, überhaupt Sinn, macht es einen Unterschied?


Es ist ein zähes Gefühl, wenn das Tun ohne Auswirkung bleibt. Wenn man das Gefühl für sich selbst verliert. Wenn man Rückschläge erleidet und in Frage stellt, ob man am richtigen Platz ist. Wenn gesteckte Ziele nicht erreicht werden und Kritik an die Substanz geht.


In der Situation des Sich-in-Frage-Stellens entstehen Ängste. Was ist, wenn ich das gar nicht kann? Was ist, wenn ich in meinem Leben etwas übersehen habe? Was ist, wenn ich Chancen verpasse und eigentlich wo ganz anders sein soll? Was ist, wenn ich es komplett falsch mache oder schlimmer noch, irgendwie falsch bin?


Herzlich Willkommen in der lähmenden Angstspirale nach unten. Nicht schön, aber doch allzu menschlich.


Gottes Wort an Paulus hält ihn herrlich tröstlich an.


Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!“

Paulus, es ist doch kein Zufall, dass du an dem Ort bist und das tust, was du tust. Mach weiter. Rede weiter, schweige nicht. Verstumme nicht, nur weil es nicht funktioniert. Rückschläge und entmutigende Erfahrungen bedeuten nicht, dass man falsch ist.


Den Sinn nicht zu sehen, bedeutet nicht, dass es keinen gibt.


Du bist nicht groß genug, den Sinn aller Dinge zu durchsteigen. Du bist aber auch nicht groß genug, um Gottes Pläne mit dir zu durchkreuzen.


Gott sagt zu Paulus: „Ich bin bei dir und niemand, der dich angreift kann dir was anhaben.“ Das scheint insofern widersprüchlich, dass Paulus einige Jahre später hingerichtet werden wird und ihm sehr wohl Menschen etwas anhaben werden. Gottes Perspektive ist eine andere. „Egal was passiert und sei es sogar der Tod, ich lass dich nicht los. Ich bin derjenige, der dich beruft, der dich gebraucht, der dich führt und bei dir bleibt. Das kann dir kein Mensch nehmen.“


Die meisten von uns sind gerade nicht akut vom Tod bedroht. Und dennoch leiden wir unter unterschiedlichen Fragen, Situationen und Ängsten.


Dieser November lastet vielleicht müder und schwerer auf unseren Seelen. Hilflosigkeit und Überforderung verzehren unsere Kraftressourcen, die in den vergangenen Monaten kaum vollständig regenerieren konnten. Müdigkeit und Lethargie legen sich winterschlafartig über uns und Ängste holen uns ein.


Gott lässt dich nicht los, er ist bei dir.


Mach daher weiter. Gib nicht auf. Geh den nächsten Schritt.

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