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  • Autorenbildfraeulein_franzi

#4 "Hey Maria, fürchte dich nicht."



Lukas 1, 30: „Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden.“

Sie ist zu groß. Die Aufgabe, sie ist zu groß. So hatte sich die junge Frau ihr Leben garantiert nicht erträumt. Die Vorstellung ein Kind in diese unsichere Welt zu bringen, das einen besonderen Auftrag zu erfüllen haben wird, lässt Angst in ihr hochkriechen. Was ist wenn? Wie wird das sein? Warum ich? Eine Flut offener Fragen bricht über ihr zusammen und auf so manche Frage bekommt sie keine Antwort. Habt ihr euch auch schon einmal die Frage gestellt, was passiert wäre, wenn Maria einfach Nein gesagt hätte? „So sorry Gott, aber das ist zu viel.“ Oder wenn sie ihr Kind ausgesetzt hätte wie viele ihrer Zeitgenossinnen, die ungewollt schwanger wurden?


Überforderung, Veränderungen und Ungewissheiten können jede Menge Angst in uns hervorbringen. Ihr drohte die gesellschaftliche Ächtung, der Verlust ihres Verlobten und vor ihr eine Aufgabe, deren Ausmaß sie weder überblicken, noch kontrollieren konnte.

So hatte sie sich ihr Leben nicht vorgestellt. So hatte sie sich weder dieses Jahr, noch ihre Verlobungszeit, noch diese Lebensphase vorgestellt. Was geschieht hier und was geschieht mit mir?


Geht es dir gerade vielleicht auch so?


Es ist der Verlust von Kontrolle, das Einschleichen von Ohnmacht und Hilflosigkeit, die Realisierung einer nicht greifbaren Zukunft.


Ob Maria später an diesen Moment zurückdachte? Ob sie sich fragte, was gewesen wäre, wenn sie Nein gesagt hätte? Ob sie sich wünschte, dass sie ihrem Sohn den Schmerz ersparen hätte können, der auf ihn wartete?


Der Blick nach vorne nebulös, die Situation nicht kalkulierbar, die Aufgabe zu groß.


„Fürchte dich nicht, Maria.“


Gottes Zuspruch trifft uns inmitten unserer Angst und ist gleichzeitig stärker als die Angst. Es ist der Lichtstrahl, der in der Dunkelheit aufleuchtet. Er ist der Leuchtturm in der Nacht. Der Streifen am Horizont.


Die Wahrheit ist, dass wir die Zukunft alle nicht im Griff haben. Wir alle können nichts sichern. Wir wissen nicht, welcher Schmerz noch kommen wird. Maria wusste es vor 2000 Jahren nicht, du und ich wissen es heute nicht. Aber Gott lässt uns nicht ohne Hoffnung in der Ungewissheit.


„Du hast Gnade bei Gott gefunden.“


Gottes Gnade folgt uns, bleibt uns dicht auf den Fersen und wartet auf uns. Sie umgibt uns und umspannt unser gesamtes Dasein mit der Zuversicht, dass Gott uns mit Liebe anblickt und uns leise zuflüstert:

Ich bin da. Ich bin mit dir. Und ich bin für dich.


„Fürchte dich nicht.“



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